Was geht hier
Eines der ergiebigsten XC-Gebiete Europas. Gestufte Startplätze, große gepflegte Startwiese auf Kobala (1080 m), Landeplatz Tolmin, Stol häufig als einziger Startplatz über der Inversion.
Eines der ergiebigsten XC-Gebiete Europas. Gestufte Startplätze, große gepflegte Startwiese auf Kobala (1080 m), Landeplatz Tolmin, Stol häufig als einziger Startplatz über der Inversion.
Zwei Hauptstartplätze an den Enden des Tals, dazu mehrere kleinere Plätze, die dasselbe Ticket abdeckt.
Kobala über Tolmin, 1.080 m, Ost, Südost, Südwest und West. Große gepflegte Wiese auf der Kuppe des bewaldeten Kobala, je nach Wind wird nach Osten oder nach Westen gestartet. Der Platz trägt an rund neun von zehn Flugtagen. Der Start gilt als mittelschwer, das Fliegen je nach Quelle als mittel bis anspruchsvoll. Anfahrt 13,6 km von Tolmin, asphaltiert bis auf den letzten Kilometer Schotter, stellenweise schmal. Du kannst bis zum Startplatz fahren.
Kobariški Stol über Kobarid, rund 1.405 m, Südost bis Südwest. Angaben zwischen 1.400 und 1.425 m je nach Quelle. Breite Wiese in einem weiten Grashang, viele Schirme können gleichzeitig aufziehen, der Start gilt als leicht. Das ist der höchste Startplatz im Tal und an Inversionstagen oft der einzige darüber. Der Kamm zieht sich über 20 km. Für Strecke willst du sehr schwachen Nord- bis Nordostwind, für lokales Fliegen schwachen Südwest. Anfahrt rund 27,6 km ab Kobarid über Žaga Richtung Grenzübergang Učja, die ersten zehn Kilometer Asphalt, danach zehn Kilometer Schotterpiste durch den Wald. Ab Ende April befahrbar, sobald der Schnee weg ist. Mit dem normalen Pkw kommst du vermutlich hoch, angenehm ist es nicht.
Die meisten fahren nicht selbst, sondern nehmen den Shuttle. Zum Stol geht es üblicherweise gegen 10 Uhr vom Landeplatz Kobarid, Treffpunkt bei der Bar Teja, Anmeldung vorher telefonisch. Zum Kobala fährt Camp Gabrje für 12 Euro pro Person, dazu im Sommer ein Shuttle gegen 11 Uhr ab dem Landeplatz Tolmin. Trampen funktioniert hier praktisch nicht.
Weitere Plätze im Ticket: Vrše bei Volče, 580 m, Ost bis Südost, nur Startrichtung Ost, eine Schneise im Wald, anspruchsvoll. Ozben, 750 m, Süd bis Südwest, leicht und ganzjährig zugänglich. Livški Kuk, 1.240 m, dort gilt: südlich des Startplatzes gibt es keine Landeplätze, also mit Höhe nach Westen queren. Bei Bora ist Mrzli vrh am Matajur der Ausweichplatz, weil er nach Nordosten schaut.
Lijak bei Nova Gorica gehört einem anderen Club und ist im Ticket ausdrücklich nicht enthalten.
Die Auffahrt zum Kobala war 2025 wegen Bauarbeiten zeitweise gesperrt. Ob das 2026 noch gilt, steht auf der Clubseite nicht — vor der Anreise nachsehen.
Landeplatz Tolmin, rund 160 bis 180 m je nach Quelle, große Wiese in der Ebene an der Soča. Zwei Kilometer hinter Tolmin an der Straße Richtung Kobarid, rechts der Straße, dann etwa 500 m über einen Feldweg. Zwei Windsäcke, Anflug gilt als leicht. Ein Notlandeplatz liegt vor Tolmin dort, wo sich die Straße V-förmig gabelt.
Landeplatz Kobarid, rund 230 m, große Wiese am Ortsrand, direkt neben der Bar Teja. Dort ist auch der Treffpunkt für den Shuttle und eine Verkaufsstelle für die Tickets. Anflug leicht.
Bei Wettbewerben wird nicht in Tolmin gelandet, sondern beim Camp Gabrje, 2,5 km nordwestlich. Der Platz ist als zweiter Landeplatz registriert.
Beide Hauptplätze sind groß und das Tal ist breit, der Talwind ist hier normalerweise kein Thema. Eine feste Platzrunde ist für Tolmin und Kobarid nicht vorgeschrieben. Es gilt die nationale Empfehlung: bei mehreren Landenden kontrollierter Anflug über Mitwind-, Quer- und Gegenwindteil, Vorflugrecht hat der Tiefere, solange er niemanden schneidet oder überholt.
Was die Clubs ausdrücklich verlangen: nur die offiziellen, markierten Flächen benutzen. Die verbindliche Abgrenzung hängt als Foto auf den Infotafeln vor Ort. Nicht auf der Wiese fahren oder parken. Zum Packen an den Rand gehen und auf dem Landeplatz kein Groundhandling — bei Drachenbetrieb ist das ein echtes Sicherheitsthema. Ein gültiges Ticket brauchst du auch für die Benutzung des Landeplatzes.
Musst du außen landen, dann dort, wo du den geringsten Schaden anrichtest, so wenig wie möglich durch hohes Gras laufen und neben dem Weg packen, nicht mitten im Feld. Nach einer Baum- oder Felslandung immer 112 anrufen, auch ohne Verletzung.
Der wichtigste Punkt für Gastpiloten aus Deutschland und Österreich ist die IPPI-Karte. Nach der Sicherheitsanweisung der slowenischen Luftfahrtbehörde brauchst du ohne slowenische Lizenz zusätzlich zu deiner nationalen Lizenz eine IPPI-Karte mit Stage 4, um selbständig zu fliegen. Für Streckenflug-Wettbewerbe ist Stage 5 vorgeschrieben. Wer das nicht hat oder noch in Ausbildung ist, darf nur unter Aufsicht eines Fluglehrers fliegen. Ausländische Fluglehrer brauchen eine eigene Genehmigung der Behörde.
Fliegen kostet hier Startgebühr, die sogenannte Vignette: Tageskarte 5 Euro, drei Tage 13 Euro, zehn Tage 24 Euro. Das Solo-Ticket gilt für Kobala, Vrše, Kuk, Ozben und Stol. Mitglieder des slowenischen Verbands ZPLS brauchen für Solo-Flüge keines. Wer ohne gültiges Ticket fliegt, zahlt 70 Euro. Kontrolliert wird laut Gemeindeverordnung von 15. April bis 31. Oktober. Verkaufsstellen sind unter anderem Camp Gabrje, Camp Siber und FlyZone Čiginj in Tolmin sowie die Bar Teja in Kobarid, dazu der Onlineverkauf.
Eine Haftpflichtversicherung ist in Slowenien für Gleitschirme nicht gesetzlich vorgeschrieben — die EU-Versicherungsverordnung nimmt fußstartfähige Geräte ausdrücklich aus. Verband und Behörde empfehlen sie aber dringend, bei Wettbewerben ist sie zusammen mit einer Krankenversicherung, die Gleitschirmfliegen abdeckt, Pflicht. Ob deine deutsche Halterhaftpflicht Slowenien einschließt, klärst du am besten vorher mit deinem Versicherer. Die Bergrettung selbst ist in Slowenien kostenlos.
Weitere verbindliche Regeln der Clubs:
Maximale Flughöhe 2.900 m über Meer.
Nur offizielle, markierte Start- und Landeplätze.
Organisiertes Fliegen außerhalb registrierter Startplätze ist verboten. Als organisiert gilt schon eine Gruppe ab fünf Piloten, dazu Wettbewerbe, Schulung und kommerzielle Tandems. Dafür braucht es einen benannten Head of Flight mit gültiger Lizenz und eine Voranmeldung, laut Verband 72 Stunden vorher.
Nicht-kommerzielle Tandems sind vorher per Mail beim Club anzumelden.
Offizielle Funkfrequenz 147,800 MHz, kein Plauderkanal. Notruf 112.
Zum Luftraum: Gleitschirmfliegen ist nur im unkontrollierten Luftraum der Klasse G erlaubt, nach Sichtflugregeln, von 30 Minuten vor Sonnenaufgang bis 30 Minuten nach Sonnenuntergang. Im Soča-Tal liegt die Obergrenze bei 2.900 m über Meer. In Kontrollzonen darfst du mit dem Gleitschirm nicht hinein. Für den Flugplatz Bovec gilt eine eigene Behördenanweisung: Fliegen und Landen in der Flugplatzzone ist streng verboten, und vor dem Start ist der Platz per SMS zu informieren. Dort springen auch Fallschirmspringer ab — relevant, wenn du nach Nordwesten auf Strecke gehst. NOTAM vor jedem Start prüfen.
Der Triglav-Nationalpark beginnt näher, als viele denken. Start und Landung sind im gesamten Park verboten bis auf wenige ausgewiesene Plätze, zu denen Kobala und Stol nicht gehören — die liegen außerhalb. Wer aber über den Krn fliegt, den klassischen Wendepunkt auf der Talroute, ist im Park: Dort musst du mindestens 300 m über Grund halten, bis du das Parkgebiet verlassen hast, und landen darfst du nicht. Den genauen Grenzverlauf zeigt die amtliche Parkkarte.
Die Standardrouten führen über die Grenze nach Italien und zurück. Beide Länder sind im Schengen-Raum, eine Grenzkontrolle im Flug gibt es nicht. Ab der Grenze gilt aber italienisches Luftrecht mit eigener Luftraumstruktur — im Raum Gemona und Friaul unter anderem wegen der Militärflugplätze. Wer die Route plant, lädt sich vorher die italienische Luftraumdatei ins Gerät.
Die Bora ist die zentrale Gefahr im Soča-Tal, und sie ist tückisch, weil sie sich am Startplatz nicht zeigt. Der katabatische Nordostwind erreicht über 150 km/h und ist meist stark turbulent. Das typische Bild: hohe attraktive Basis, hübsche Cumuli, die sich kaum zu bewegen scheinen, am Start perfekte Bedingungen — während es im Tal bösartig turbulent bläst. Bei kräftiger Thermik kann am Start sogar Südwind anstehen. Es hat deswegen Unfälle gegeben. Wenn Nordwind vorhergesagt ist, beurteilst du die Bedingungen am Start und im Tal, nicht nur am Start. Bei Bora bleibt man hier am Boden oder wechselt an den Matajur, der nach Nordosten schaut.
Zweite Falle: enge Täler zur Thermikspitze. In den tiefen schmalen Alpentälern erreicht der Talwind leicht über 10 m/s, und unten stehen genug Hindernisse für ordentliche Rotoren. Nicht tief in die engen Täler.
Am Stol verstärkt sich der Wind bei allgemeinem Südwest plus Thermik schnell und deutlich. Dazu ein Detail, das man wissen muss: Die Wetterstation Stol steht nicht am Startplatz und zeigt bis zu 2 m/s mehr an, als oben tatsächlich weht. Wer allein nach diesem Wert entscheidet, entscheidet auf falscher Grundlage.
Am Kobala ist der Startplatz recht steil. Bei kräftigem Wind besteht die Gefahr, über die Kante gezogen zu werden, wenn der Schirm nicht sauber steht. Kobala ist außerdem gleichzeitig Schulungs-, Tandem- und Wettbewerbsgelände, entsprechend viel ist los.
Im ganzen Tal hängen viele Holzbringungs-, Strom- und Materialseile, meist tief und nah am Gelände. Beim Tieffliegen konzentriert bleiben.
Zur Streckenplanung: Auf der Talachse ist das Gebiet entspannt. Der Fluss zieht mittig durch, auf beiden Seiten läuft eine gute Rückholstraße, und im Talboden findest du überall Landemöglichkeiten. Kritisch wird es, sobald du die erste Kammreihe über der Soča nach Norden verlässt: Dort stehen die hohen Julischen Alpen, das Fliegen wird technischer, die Bedingungen stärker und große saubere Landeplätze werden rar. In einem engen Tal abzusaufen kann hier richtig unangenehm werden, im besten Fall wird ein langer Fußmarsch daraus.
Die Routen, nach Anspruch sortiert:
Stol nach Tolmin, 20 km, der XC-Einstieg.
Kobala zum Krn und zurück am Kamm über der Soča, rund 30 km, ohne große Talquerung.
Kobala und Stol als Hin-und-Rück, rund 55 km — die Hauptachse des Tals, vorbei an den Wänden des Krn.
Kobala nach Gemona in Italien und zurück, über 100 km. Üblicherweise fliegt man morgens mit Ostwind hinaus und nachmittags mit Westwind zurück.
Kobala nach Gemona und über den Hauptkamm zurück bis zum Bohinjer See, 120 km, nur mit Bergflugerfahrung.
Wettkampfaufgaben liegen im tagesüblichen Fenster bei bis zu 130 km. Ein Wort zu den Rekorden, die dem Gebiet oft zugeschrieben werden: Der 302-km-Weltrekord im Hin-und-Rückflug von 2018 und die älteren Weltrekorde starteten in Sorica, gut zehn Kilometer östlich vom Kobala, und nutzten die Achse über Kobariški Stol nach Gemona. Direkt Kobala-bezogen ist der Geschwindigkeitsrekord über 100 km hin und zurück nach Gemona.
Flugbar sind die Julischen Alpen von März bis Oktober. Im Frühjahr stehen die höchste Basis und die stärkste Thermik, dafür häufiger Überentwicklung und Gewitter. Der Hochsommer bringt die längsten Tage und meist stabilere Luft, im Herbst wird die Thermik schwächer und Inversionen häufiger — dann spielt der hohe Stol seinen Vorteil aus. Für Strecke willst du schwachen Wind, ideal unter 5 m/s auf 700 hPa, gern mit Südkomponente, und trockene Luft für eine hohe Basis. Die Basis liegt typisch zwischen 2.000 und 3.000 m, die Steigwerte moderat bei 2 bis 4 m/s. Der höchste Gipfel der Region ist der Krn mit 2.244 m — Alpenfliegen ohne das große Drama.
https://kobala.si/en/take-offs/
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